Zwei Geräte tragen in Online Shops fast denselben Namen und machen doch etwas völlig anderes: Das eine entzieht dem Zimmer Wärme und schickt sie durch einen Schlauch nach draußen, das andere lässt Wasser verdunsten. Welche Bauart zu deiner Wohnung passt, entscheidet sich an Raumgröße, Fenster und der Temperatur, die du erreichen willst. Hier findest du die Kriterien für den Kauf und Modelle aus beiden Gruppen. Wenige Messwerte genügen, um einen Fehlkauf zu vermeiden.
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Was im Gehäuse tatsächlich passiert
Ein Monoblockgerät mit Schlauch arbeitet mit Verdichter und Kältemittel. Es nimmt Wärme aus der Raumluft auf und bläst sie über den Abluftschlauch durchs Fenster ins Freie, wodurch die Temperatur im gesamten Zimmer sinkt, sofern die Leistung zur Kühllast passt. Ohne Kompressor kommt dagegen ein Gerät ohne Schlauch aus. Hinter dem Namen steckt meist ein Luftkühler, bei dem ein Ventilator Luft durch eine nasse Matte saugt. Das Wasser verdunstet und entzieht der Luft ein paar Grad. Allerdings bleibt die Wärme in der Wohnung, nur die Luft vor dem Auslass wird kühler und feuchter. Kühlakkus im Tank verlängern den Effekt für einige Stunden, ohne dem Raum Energie zu entziehen. Im Datenblatt erkennst du den Unterschied an der BTU Angabe: Sie gehört zu Kompressorgeräten und fehlt bei Verdunstern in aller Regel.
Wann nur ein Gerät mit Abluftschlauch das Zimmer kühlt
Soll ein Schlafzimmer unter dem Dach oder ein Homeoffice mit Sonneneinfall spürbar kühler werden, führt an Kompressortechnik kaum ein Weg vorbei. Zwischen 5000 und 12000 BTU liegt die Auswahl auf der Vergleichsseite. Räume bis 12 Quadratmeter deckt das CREATE SILKAIR 5000 ab, bis 18 Quadratmeter das Olsen & Smith 7000 BTU. Für 15 bis 20 Quadratmeter ist die Cecotec ForceClima 7100 angegeben, und beim KLIM K9000 endet der Bereich ebenfalls bei 20. Weiter geht es mit dem Home Deluxe 9000 BTU für bis zu 25 Quadratmeter, während das DREO AC516S mit 12000 BTU für große Wohnräume gedacht ist. Zusätzlich heizt das Eclipse Mobiles Klimagerät mit 8000 BTU, was in der Übergangszeit hilft. Fünf der sieben Geräte nennen 64 oder 65 dB, plane sie deshalb nicht neben das Kopfkissen.
Wann ein Luftkühler ohne Abluftschlauch reicht
Auf dem Schreibtisch, im trockenen Gästezimmer oder auf dem Balkon kann ein Verdunstungskühler genügen. Der Orbegozo Air 46 fasst 6 Liter, wiegt rund 6,6 Kilogramm und braucht 55 Watt, sein größerer Bruder Air 52 hat 10 Liter und 65 Watt. Schlanker fällt der Cecotec SkyCool 2000 aus: 3 Liter Tank, 4,6 Kilogramm, Tragegriff. Bis zu 12 Stunden soll der Livington InstaChill mit seinen 8,5 Litern durchhalten. Mit USB Anschluss und Nebelfunktion ist die Silvergear nur für den Platz unmittelbar davor gedacht, einen Raum kühlt sie nicht. Beim KESSER 4in1 schreiben mehrere Kunden von schnell schwüler Luft, ein Raum zum Durchlüften wäre also nötig. Gefriere die Akkus vorher ein und fülle kaltes Wasser nach, dann hält die Wirkung länger. Kühlen kann der Dreo Leiser Turmventilator gar nicht, er bewegt Luft mit rund 31 dB und 36 Watt.
Feuchtigkeit und Stromkosten im Vergleich
Verdunstung funktioniert am besten in trockener Luft und verliert an schwülen Tagen deutlich an Wirkung. Zugleich steigt die Luftfeuchtigkeit im geschlossenen Zimmer, während für Wohnräume ungefähr 40 bis 60 Prozent als Richtwert gelten. Hygrometer für wenige Euro zeigen dir den Verlauf. Strom verbrauchen die beiden Gruppen sehr unterschiedlich. Zehn Stunden Betrieb kosten beim Orbegozo Air 46 mit 55 Watt rund 0,55 Kilowattstunden, bei 35 Cent je Kilowattstunde also etwa 19 Cent. Dagegen zieht die Cecotec ForceClima 7100 780 Watt, das sind 7,8 Kilowattstunden und etwa 2,73 Euro für dieselbe Zeit. Weil der Thermostat den Kompressor zwischendurch abschaltet, liegt die echte Rechnung meist darunter. Dafür sinkt nur beim Kompressor die Zimmertemperatur, beim Verdunster sinkt vor allem die Stromrechnung. Rechne mit deinem eigenen Tarif nach, denn die 35 Cent sind nur ein Beispielwert.
Aufstellort, Fenster und Mietwohnung
Standplatz nahe am Fenster brauchst du bei Geräten mit Schlauch, denn lange Wege verschlechtern die Abluft. Zum Lieferumfang gehört bei den meisten Modellen ein Fensterkit, gebohrt wird laut Angaben zum Eclipse Mobiles Klimagerät nicht, was für Mieter wichtig ist. Separat verschickt wird das Fensterkit beim Olsen & Smith, und beim KLIM K9000 fällt der Schlauch manchen Kunden zu kurz aus. Wie du die Öffnung sauber abdichtest, steht in der Anleitung zur Fensterabdichtung für mobile Klimaanlagen. Luftkühler brauchen dagegen keinen Fensteranschluss, aber eine Steckdose, eine ebene Fläche und regelmäßig frisches Wasser. Beide Bauarten lassen sich verschieben, sei es auf Rollen oder am Tragegriff. Wegen des Gewichts solltest du Treppen nicht einplanen, denn Kompressorgeräte bringen in vielen Fällen mehr als 20 Kilogramm auf die Waage.
Die Entscheidung in drei Schritten
Beginne mit dem Raum: Miss die Fläche, schau auf die Sonneneinstrahlung und lege fest, wie viele Grad weniger du brauchst. Eine Orientierung zur Leistung liefert der Beitrag BTU und Kühlleistung richtig wählen. Schritt zwei gilt dem Fenster: Lässt sich ein Schlauch sicher durchführen, ist ein Kompressorgerät möglich, sonst bleibt der Luftkühler. Danach fragst du dich, was du erwartest. Verlangst du einen spürbaren Temperaturabfall im ganzen Zimmer, brauchst du den Abluftschlauch; ein kühler Luftstrom am Arbeitsplatz genügt mit Wasserkühlung. Was Ventilator, Luftkühler und Klimagerät physikalisch voneinander trennt, erklärt der Ratgeber Ventilator, Luftkühler oder Klimaanlage ausführlicher. Notiere dir Raumfläche, Fensterart und Budget vorab, bevor du Angebote nebeneinanderlegst. Die Geräte aus beiden Gruppen findest du über die gelben Buttons am Artikelanfang.



