Wenn die Sonne den ganzen Nachmittag auf die Dachfläche brennt, staut sich die Wärme unter dem Schrägdach und bleibt bis spät in die Nacht. Dieser Beitrag hilft dir, für Dachzimmer, Studio oder Dachgeschosswohnung ein mobiles Klimagerät mit Abluftschlauch auszuwählen. Dazu gibt es einen Rechenweg für die Leistung, Hinweise zum Schlauchweg durchs Dachfenster und vier Modelle aus dem Vergleich.
Die besten Klimaanlagen mit Abluftschlauch >>
Warum es unterm Dach so heiß wird
Dachziegel können sich im Sommer auf bis zu 80 Grad Celsius aufheizen. Durch Sparren und Dämmung wandert diese Hitze ins Zimmer und trifft auf Dachflächenfenster, durch die zusätzlich die Sonne scheint. Ursachen sind Sonneneinstrahlung und Mängel beim Wärmeschutz. Hitzeschutz beginnt deshalb vor dem Gerät: Sonnenschutz von außen, etwa Raffstores oder Rollläden, wirkt am stärksten, Rollos und Plissees im Raum halten weniger zurück, und zugezogene Gardinen schützen praktisch gar nicht. Gelüftet wird am besten nachts, sobald es draußen kühler ist als drinnen. Danach übernimmt ein Klimagerät den Rest, der trotzdem bleibt, und braucht dafür weniger Leistung und weniger Strom.
Kühlleistung unterm Schrägdach berechnen
Als grober Ansatz gelten 60 bis 100 Watt Kühlleistung je Quadratmeter. 25 Quadratmeter Dachzimmer landen damit bei 1,5 bis 2,5 Kilowatt. Weil ein unverschattetes Dachgeschoss deutlich darüber liegen kann, rechnest du mit dem oberen Wert oder legst Reserve obendrauf. Umrechnen lässt sich einfach: 1.000 BTU pro Stunde entsprechen etwa 0,293 Kilowatt, aus 9.000 BTU werden also rund 2,64 Kilowatt und aus 12.000 BTU rund 3,5 Kilowatt. Rechne die Wärmelast von Rechner, Fernseher und Mitbewohnern mit ein, denn jedes dieser Dinge heizt zusätzlich. Ausführlich und mit Tabelle gerechnet wird im Beitrag zur Kühlleistung nach Raumgröße, hier geht es um die Eigenheiten der Dachschräge.
Wohin der Abluftschlauch im Dachgeschoss führt
Wärme muss das Gerät nach draußen leiten, und im Dachgeschoss ist dafür meist nur ein einziges Fenster erreichbar. Stell es so nah wie möglich an diese Öffnung, denn ein langer oder geknickter Schlauch drückt die Leistung. Verlängern oder verengen solltest du ihn nicht, es zählen die Längen und Anschlussquerschnitte des Herstellers. Dachflächenfenster öffnen sich meist nur in einem begrenzten Winkel, deshalb vorab Öffnungsweite und Griffhöhe ausmessen und prüfen, ob das mitgelieferte Fensterset zur Bauart passt. Bei Schiebefenstern sind starre Einsätze üblich, bei Kippflügeln braucht es eine Abdeckung für den seitlichen Spalt. Abdichten ohne Schäden am Rahmen erklärt der Beitrag zur Fensterabdichtung.
Vier Geräte aus dem Vergleich für das Dachzimmer
Für große, aufgeheizte Räume kommt das DREO AC516S mit 12000 BTU infrage. Es erreicht laut Hersteller bis zu 4,9 Meter Reichweite, entfeuchtet bis zu 3,2 Liter pro Stunde und verdunstet das Kondenswasser selbst, sodass kein Tank zu leeren ist. 65 dB und 71,5 Zentimeter Höhe machen es allerdings groß und laut. Das Home Deluxe mit 9000 BTU ist für Räume bis 25 Quadratmeter gedacht, lässt sich per App steuern und rollt von Zimmer zu Zimmer. Zusätzlich heizt das Eclipse 4 in 1 mit 8000 BTU, falls du das Dachzimmer auch im Winter nutzen willst; gekühlt wird dort mit 9000 BTU und 2,6 Kilowatt. KLIM K9000 kühlt Räume bis 20 Quadratmeter, sein Schlauch fällt Kunden teils zu kurz aus. Über den Button oben kommst du zu den Produkten.
Stromkosten und Anschaffung für heiße Wochen
Mobile Raumklimageräte kosten in der Anschaffung etwa 500 bis 1.000 Euro, der Strom schlägt mit geschätzten 40 bis 140 Euro im Jahr zu Buche. Was bei dir anfällt, rechnest du selbst: Leistungsaufnahme in Kilowatt mal Betriebsstunden mal Strompreis. Mit 1,2 Kilowatt, fünf Stunden Laufzeit und 35 Cent je Kilowattstunde sind das 2,10 Euro pro Tag. An 30 heißen Tagen ergibt das 180 Kilowattstunden und 63 Euro. Auf der Stromrechnung zählt die elektrische Aufnahme, die Kühlleistung in Kilowatt steht auf einem anderen Blatt. Hinzu kommen zum Gerätepreis Fensterset, Adapter und Versand: 300 Euro fürs Gerät, 40 Euro fürs Zubehör und 20 Euro für die Lieferung machen am Ende 360 Euro.
Typische Fehlkäufe unterm Dach
Am häufigsten scheitert es an zu schwachen Geräten. Modelle mit 5000 BTU reichen laut Datenblatt nur für etwa 12 Quadratmeter, solche mit 7000 BTU für 18 bis 20, und ein sonnenverwöhntes Dachzimmer mit Südfenster verlangt mehr, als die Quadratmeterangabe auf dem Karton verspricht. Stolpern lässt dich außerdem ein Verdunstungskühler ohne Schlauch: Sie senken die Raumtemperatur nicht dauerhaft, weil Wassertank und Kühlakkus die Kühlzeit begrenzen, und unterm Dach muss die Wärme tatsächlich aus dem Gebäude. Unterschätzt wird zudem das Gewicht. Viele mobile Geräte wiegen über 20 Kilogramm, und Rollen helfen auf der Treppe nicht weiter. Frag also vor dem Kauf, wer das Paket in den obersten Stock trägt.
Nächste Schritte vor der Bestellung
Zeichne eine Skizze deines Dachzimmers mit Fensteröffnung, Steckdose, Möbeln und dem Platz, den das Gerät samt Abstand zur Wand braucht. Daran siehst du sofort, ob der Schlauch ohne scharfe Bögen nach draußen kommt. Stelle ein Thermometer an die Stelle, an der du schläfst oder arbeitest, denn der Sensor im Gerät sitzt im Gehäuse und zeigt nicht dort die Temperatur an. Starte das Gerät früh am Tag, bevor das Dach richtig aufheizt, da Wände, Möbel und Decke Wärme gespeichert haben und sie auch bei sinkender Lufttemperatur noch abgeben. Läuft die Elektrik im Haus schon lange, hilft ein Blick der Elektrofachkraft auf die Absicherung. Passt alles, wählst du anhand von Raumgröße und Fensterart ein Modell aus der Liste.
