Mobile Klimaanlage fürs Schlafzimmer kaufen, worauf es nachts ankommt

Um zwei Uhr nachts, bei 27 Grad im Zimmer, schaut niemand mehr ins Datenblatt, deshalb gehört die Entscheidung in die Zeit vor dem Kauf. Ein Gerät fürs Schlafzimmer braucht andere Eigenschaften als eines fürs Wohnzimmer: leisen Betrieb, einen Timer, keinen Wassertank zum Leeren und eine Leistung, die zu 12 bis 20 Quadratmetern passt. Welche Gerätetypen überhaupt in Frage kommen, wie du die Leistung bestimmst und welche Modelle aus dem Vergleich zu einem Schlafzimmer passen, steht auf dieser Seite.

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Welcher Gerätetyp fürs Schlafzimmer taugt

Kühlen kann ein Zimmer nur ein Monoblock mit Abluftschlauch, weil er die Wärme über den Schlauch nach draußen schafft. Fehlt dieser Weg, bleibt sie im Raum, und nach den Worten der Verbraucherzentrale ist der Kühleffekt dann gleich Null. Luftkühler und Verdunstungskühler arbeiten mit Wasser und wirken laut derselben Quelle nur punktuell. Außerdem steigt die Luftfeuchtigkeit, was die Gefahr von Schimmel erhöht, und im Schlafzimmer läuft ein Gerät stundenlang. Reine Luftbewegung liefert der Turmventilator Dreo mit rund 31 dB und 36 Watt, er macht schwüle Nächte erträglicher, aber nicht kühler. Bleibt dir wegen Platz oder Fensterform nur ein Gerät ohne Schlauch, schau dir die Modelle im Vergleich der Klimageräte ohne Abluftschlauch an und plane einen Raum ein, den du gut lüften kannst.

Wie viel Kühlleistung ein Schlafzimmer braucht

Mindestens 60 Watt Kühlleistung je Quadratmeter nennt die Verbraucherzentrale, damit ein ganzer Raum kühl wird. Bei 12 Quadratmetern ergibt das 720 Watt, bei 15 Quadratmetern 900 und bei 18 Quadratmetern 1.080 Watt. Liegt das Zimmer unter dem Dach oder hat große Fenster nach Süden, rechne eine Stufe höher. Die Herstellerangaben aus dem Vergleich sortieren sich so: CREATE SILKAIR 5000 mit 5000 BTU für 12 Quadratmeter, Olsen & Smith mit 7000 BTU für 18, Cecotec ForceClima 7100 für 15 bis 20 und KLIM K9000 mit 9000 BTU für bis zu 20 Quadratmeter. Nimm die kleinste Stufe, die deine Fläche noch abdeckt, denn stärkere Geräte ziehen mehr Strom und stehen breiter neben dem Bett.

Lautstärke, Schlafmodus und Timer

Fünf der sieben Schlauchgeräte nennen im Datenblatt 64 bis 65 dB, beim Dreo ausdrücklich als Schallleistung. Gemessen wurden diese Werte nicht am Kopfkissen, den Unterschied zwischen Schalldruck und Schallleistung erklärt der Beitrag Wie laut ist eine Klimaanlage. Für die Kaufentscheidung zählen deshalb zwei Ausstattungsmerkmale mehr als jede Dezibelzahl. Einen Schlafmodus haben das KLIM K9000 und das CREATE SILKAIR 5000. KLIM, Cecotec, CREATE und Eclipse bringen einen 24-Stunden-Timer mit, sodass sich das Gerät nach einigen Stunden von selbst abschaltet. Erkundige dich vor der Bestellung, ob sich die Anzeige am Gerät dimmen oder abschalten lässt, denn eine leuchtende Ziffer stört im dunklen Zimmer.

Fenster, Schlauch und Kondenswasser

Hast du ein Dreh-Kipp-Fenster, brauchst du das passende Kit dazu. Der Olsen & Smith liefert einen starren Schiebefenster-Adapter und ein Stoff-Fensterkit für Dreh- und Kippfenster mit, das Fensterkit wird laut Vergleich allerdings separat verschickt. Eine Abdeckung für Schiebefenster liegt dem KLIM K9000 bei, und Kunden finden den Abluftschlauch teils zu kurz. Fensterbausatz samt Dichtung und Kondensatschlauch gehören zum Eclipse, gebohrt wird nicht. Sitzt das Kit schlecht, strömt warme Außenluft nach, wie die Anleitung zur Fensterabdichtung zeigt. Praktisch ist ein Gerät, das Kondenswasser selbst verdunstet, denn dann muss niemand mitten in der Nacht einen Tank leeren. Das KLIM verdunstet das Wasser im Kühlbetrieb, während das Dreo AC516S mit einer Pumpe arbeitet.

Strombedarf über eine Nacht

Im Datenblatt steht die Leistungsaufnahme, und damit lässt sich die Obergrenze für eine Nacht ausrechnen. Beim CREATE SILKAIR 5000 mit 550 Watt ergeben acht Stunden Dauerbetrieb 4,4 Kilowattstunden, bei der Cecotec ForceClima 7100 mit 780 Watt sind es 6,24. Real liegt der Verbrauch darunter, sobald der Kompressor zwischendurch pausiert, und ein Timer oder Schlafmodus drückt ihn weiter. Multipliziere die Kilowattstunden mit dem Preis aus deinem Stromvertrag, dann kennst du die Kosten pro Nacht. Über 30 heiße Nächte summiert sich der Abstand von 1,84 Kilowattstunden zwischen beiden Geräten auf rund 55 Kilowattstunden, ein Grund mehr, die Leistung nicht größer zu wählen als nötig.

Welche Modelle aus dem Vergleich passen

Bis 12 Quadratmeter bleibt das CREATE SILKAIR 5000 mit Schlafmodus, Timer und 550 Watt der naheliegende Kandidat, für größere Räume reicht es nicht. Zwischen 15 und 20 Quadratmetern steht die Cecotec ForceClima 7100 mit 7000 BTU, vier Modi, 24-Stunden-Timer und Maßen von 32,5 mal 33 mal 67,5 Zentimetern, der Vergleich nennt sie ausdrücklich für Schlafzimmer und Büro. Mit 9000 BTU und Energieklasse A deckt das KLIM K9000 bis zu 20 Quadratmeter ab, als Kältemittel dient R290. Soll das Gerät im Winter auch heizen, kommt der Eclipse 4-in-1 mit 9000 BTU Kühlen, 8000 BTU Heizen und Tuya-App in Frage. Zu groß für ein normales Schlafzimmer ist das Dreo AC516S mit 12000 BTU und 71,5 Zentimetern Höhe. Preise und aktuelle Bewertungen findest du über die Buttons am Seitenanfang.

Typische Fehlkäufe im Schlafzimmer

Diese vier Fehlkäufe lassen sich vor der Bestellung vermeiden, wenn du Raumgröße, Fenster und Gerätetyp zuerst klärst und erst danach den Preis vergleichst:

  • Als Ersatz für ein Klimagerät gekauft, erhöht ein Luftkühler die Luftfeuchtigkeit und wirkt laut Verbraucherzentrale nur punktuell.
  • Knappe Leistung, etwa 5000 BTU für ein Dachzimmer mit 15 Quadratmetern.
  • Fensterkit, das nicht zur eigenen Fensterart passt oder wie beim Olsen & Smith separat geliefert wird.
  • Dezibelzahlen ohne Zusatz, bei denen Schalldruck und Schallleistung durcheinandergeraten.

Notiere dir Fläche, Fensterart und Abstand zur Steckdose, dann sind diese Punkte in fünf Minuten geklärt. Auch die Schlauchlänge gehört auf den Zettel, weil Kunden beim KLIM K9000 den Schlauch teils zu kurz finden.

Was ein Monoblock im Schlafzimmer leisten kann

Stiftung Warentest prüfte 2021 zehn Monoblöcke und zehn Splitgeräte und empfahl keinen Monoblock. Rund eine Dreiviertelstunde brauchte ein Monogerät bis zur Zieltemperatur, der Testsieger unter den Splitgeräten etwa sechs Minuten, und dieser Abstand spricht dafür, beim mobilen Gerät mit Vorlauf zu planen. Verantwortlich macht der Test warme Außenluft, die über den Schlauch nachströmt. Darfst du bohren, ist ein Split sparsamer, denn Splitgeräte brauchen laut dem Test weniger Strom als Monoblöcke. Zieltemperatur, Startzeit und Standort beschreibt der Beitrag Klimaanlage im Schlafzimmer richtig nutzen, und bei einem mobilen Gerät entscheidet diese Bedienung über den Erfolg. Mobile Geräte bleiben dennoch die Wahl, wenn Bohren nicht erlaubt ist oder die Anschaffung schnell gehen soll.

Quellen: Verbraucherzentrale, Hilft eine Mini-Klimaanlage gegen die große Hitze, Stiftung Warentest, Klimageräte im Test (18.06.2021)