Läuft ein Gerät mit 9.000 BTU im Wohnzimmer mit 30 Quadratmetern und Südfenster, passt das auf dem Papier. Im Hochsommer arbeitet es dann stundenlang durch, und die Wohnung steht trotzdem bei 28 Grad. Schuld ist meist eine Rechnung, die vor dem Kauf ausgeblieben ist. Dieser Ratgeber zeigt, wie du die Kühllast deines Raums in Watt und BTU ermittelst, welche Zuschläge dazukommen und warum die Zahl auf dem Karton mit Vorsicht zu lesen ist.
BTU und Kilowatt umrechnen
Auf Verpackungen steht BTU, in Datenblättern von Split Anlagen Kilowatt, und beide beschreiben dieselbe Größe: die Wärmemenge, die ein Gerät pro Stunde aus dem Raum holt. Ein Kilowatt entspricht 3.412 BTU pro Stunde, umgekehrt ist ein BTU pro Stunde gerundet 0,000293 Kilowatt. Aus 9.000 BTU werden damit rund 2,6 Kilowatt, aus 12.000 BTU rund 3,5 Kilowatt. Zum Überschlagen reicht die Merkhilfe Kilowatt mal 3.400, und 2,5 kW sind dann auf einen Blick etwa 8.500 BTU. Rechne bei Raumvergleichen in Kilowatt weiter, weil auch die Zuschläge weiter unten in dieser Einheit angegeben sind. Mische dabei nie zwei Größen, denn Kühlleistung (abgeführte Wärme) und elektrische Leistungsaufnahme (gezogener Strom) stehen im Datenblatt unmittelbar nebeneinander und unterscheiden sich um ein Mehrfaches.
Watt je Quadratmeter als Ausgangswert
Bosch Home Comfort nennt für normale Wohnräume 0,063 bis 0,094 Kilowatt je Quadratmeter, für Küchen 0,126 bis 0,157. Fläche mal Faktor ergibt die nötige Kühlleistung. Der untere Wert passt zu gut gedämmten Räumen im mittleren Geschoss, der obere zu Zimmern mit viel Glas oder dünnen Außenwänden. Das Energieministerium der USA rechnet mit 20 BTU je Quadratfuß, umgerechnet etwa 215 BTU je Quadratmeter, und trifft damit fast genau den unteren Wert von Bosch. Küchen brauchen wegen Herd und Kühlschrank etwa das Doppelte: 20 Quadratmeter ergeben dort 2,52 bis 3,14 Kilowatt. Gängige Wohnräume rechnet die Tabelle alles durch, ausgelegt auf eine Deckenhöhe von rund 2,5 Metern und ohne Zuschläge.
| Raumfläche | Kühlleistung in kW | Kühlleistung in BTU pro Stunde |
|---|---|---|
| 15 m² | 0,95 bis 1,41 | 3.200 bis 4.800 |
| 20 m² | 1,26 bis 1,88 | 4.300 bis 6.400 |
| 25 m² | 1,58 bis 2,35 | 5.400 bis 8.000 |
| 30 m² | 1,89 bis 2,82 | 6.400 bis 9.600 |
| 40 m² | 2,52 bis 3,76 | 8.600 bis 12.800 |
Zuschläge für Sonne, Personen und Technik
Der Grundwert deckt einen durchschnittlichen Raum ab, alles Weitere kommt obendrauf. Fällt viel Sonne durch Süd oder Westfenster, empfiehlt Bosch 10 bis 20 Prozent mehr, Evapolar addiert bei sonnigen Zimmern 10 Prozent und zieht bei dichter Verschattung ebenso viel ab. Jede dauerhaft anwesende Person gibt 80 bis 120 Watt an die Luft ab; vier Gäste am Filmabend steuern also bis zu 0,48 Kilowatt bei. Rechner, Fernseher und Drucker heizen ebenfalls mit. Feste Werte nennt Bosch dafür nicht, als grobe Schätzung taugen 100 bis 200 Watt für ein Homeoffice mit zwei Monitoren. Büros liegen laut Bosch bei 0,094 bis 0,126 Kilowatt je Quadratmeter, ein brauchbarer Zwischenwert für ein Arbeitszimmer voller Technik.
Beispielrechnung für ein Wohnzimmer
Rechnen wir es mit 25 Quadratmetern durch, einem Fenster nach Süden und zwei Personen. Die Grundlast von 25 mal 0,063 bis 0,094 beträgt 1,58 bis 2,35 Kilowatt. Zwei Personen mit je 0,1 Kilowatt schlagen mit 0,2 zu Buche, das ergibt 1,78 bis 2,55. Schlägst du 15 Prozent für die Sonne auf, steigt die Spanne auf 2,05 bis 2,93 Kilowatt, also etwa 7.000 bis 10.000 BTU. Ist die Wohnung gedämmt und liegt mitten im Haus, reicht der untere Wert; unter dem Dach oder hinter einer dünnen Wand solltest du dich am oberen orientieren. Kommen bei 40 Quadratmetern zwei Personen hinzu, ergeben 2,52 plus 0,2 genau die 2,72 Kilowatt aus Boschs eigenem Beispiel. Dieses Resultat nennt die Leistung, die das Gerät im Raum wirklich abliefern muss, und mit ihm gleichst du das Datenblatt ab. Rollläden oder Außenjalousien am Südfenster senken den Sonnenaufschlag, weil die Strahlung gar nicht erst ins Zimmer gelangt.
Warum 9.000 BTU auf dem Karton weniger leisten
Auf vielen mobilen Geräten steht noch der ASHRAE Wert, der Wärme und Druckverluste nicht berücksichtigt. Seit 2017 gilt in den USA mit SACC ein realistischeres Messverfahren. Laut Evapolar schrumpfen 8.000 ASHRAE Einheiten dort auf rund 5.000, 10.000 auf rund 6.000 und 12.000 auf rund 7.500, ein Abschlag von 37 bis 40 Prozent. Trägt ein Gerät 9.000 BTU auf dem Karton, landet es demnach grob bei 5.500 BTU oder 1,6 Kilowatt (eigene Zwischenrechnung), und für das Wohnzimmer oben fehlt einiges. Schau im Datenblatt nach, welches Verfahren der Hersteller verwendet. Modelle mit zwei Schläuchen liefern bei gleicher Angabe 20 bis 40 Prozent mehr echte Leistung; wie du den Schlauch am Fenster sauber abschließt, steht in der Anleitung zur Fensterabdichtung. Um 35 Grad Außentemperatur schaffen viele Mobilgeräte die Zieltemperatur nach Angaben von Evapolar gar nicht mehr.
Dachgeschoss, hohe Decken und Dämmung
Alle Faktoren gelten für Standardräume. Liegt die Decke über 2,5 Metern, wächst das Luftvolumen, und Evapolar schlägt pro zusätzlichem Fuß Höhe, rund 30 Zentimeter, 10 Prozent auf. Steht die Decke auf 3 Metern, wären das etwa 15 Prozent. Räume unter Dachschrägen behandeln die genannten Quellen nicht mit festem Faktor, weil Dachhaut, Dämmstärke und Verschattung zu stark streuen. Meine Faustregel dafür: obere Spanne wählen und 10 bis 20 Prozent addieren. Zudem verweist Bosch darauf, dass dicht bebaute Städte durch versiegelte Flächen 5 bis 10 Grad wärmer sein können als das Umland. Schlecht gedämmte Zimmer heizen sich nach dem Abschalten schneller wieder auf, das Gerät läuft dann länger.
Vom Kühlbedarf zum Strombedarf
Nebenbei liefert die berechnete Last die Grundlage für die Betriebskosten. Bosch teilt sie durch die Effizienzzahl: Bei 2,72 Kilowatt Last und einer Zahl von 7,4 nimmt eine Split Anlage nur 0,367 Kilowatt auf, über fünf Stunden 1,8 Kilowattstunden. Mobile Geräte liegen weit darüber, Evapolar nennt für 6.000 BTU nach SACC etwa 1.100 Watt und für 9.000 BTU etwa 1.500 Watt. Teilst du die 2,05 bis 2,93 Kilowatt aus dem Wohnzimmerbeispiel durch 7,4, kommst du auf 0,28 bis 0,40 Kilowatt. Was das in Euro bedeutet, rechnet der Beitrag zu Stromverbrauch und Kosten durch, und die Preise der Geräte selbst schlüsselt der Artikel zu Anschaffung und Einbau auf.
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