Klimaanlage Stromverbrauch: Was kostet Kühlen wirklich?

Fünf Stunden Betrieb am Tag, 1.000 Watt Leistungsaufnahme und 37 Cent pro Kilowattstunde ergeben knapp 1,86 Euro Stromkosten täglich. Auf einen Sommer mit 70 Kühltagen hochgerechnet, landet ein mobiles Gerät damit bei rund 130 Euro. Hinter solchen Zahlen steckt eine Rechnung, die sich mit jedem Gerät nachvollziehen lässt. Wovon der tatsächliche Verbrauch abhängt, welche Stellschrauben es gibt und wo die Rechnung nach unten abweichen darf, zeigt dieser Beitrag.

Stromzähler

So lässt sich der Stromverbrauch berechnen

Leistung in Watt geteilt durch 1.000, mal Betriebsstunden, mal Strompreis pro Kilowattstunde: Mehr braucht die Formel nicht. Die Leistungsaufnahme steht auf dem Typenschild an der Geräterückseite. Beim Strompreis zählt der Tarif von der Jahresabrechnung. Als Vergleichswert nennt der BDEW für Januar 2026 durchschnittlich 37,2 Cent je Kilowattstunde, berechnet für einen Haushalt mit 3.500 Kilowattstunden im Jahr. Alle Beispiele auf dieser Seite verwenden diesen Wert. Verbraucht ein Gerät mit 1.000 Watt eine Stunde lang Strom, entsteht genau eine Kilowattstunde und damit eine Rechnung über 37 Cent.

Kosten nach Gerätetyp

Zugrunde liegen fünf Betriebsstunden pro Tag, also ein heißer Nachmittag samt frühem Abend.

GerätetypPro StundePro Tag30 Tage70 Tage
Mobile Klimaanlage, 1.000 W37 Cent1,86 Euro55,80 Euro130,20 Euro
Split-Klimaanlage, 700 W26 Cent1,30 Euro39,06 Euro91,03 Euro
Luftkühler, 70 W2,6 Cent0,13 Euro3,91 Euro9,11 Euro

Dass 70 Kühltage zusammenkommen, ist eine Annahme und keine Messgröße. Der Deutsche Wetterdienst zählt heiße Tage ab 30 Grad, und deren Zahl schwankt von Sommer zu Sommer erheblich. Wer nur an wenigen Hitzetagen kühlt, bleibt entsprechend weit unter den 130 Euro, in der Dachgeschosswohnung mit warmen Abenden liegt der Wert darüber. Luftkühler in der letzten Zeile sparen Strom, kühlen jedoch nur begrenzt, weil sie mit Wasserverdunstung arbeiten.

Nennleistung und Alltagsverbrauch

Typenschildwerte beschreiben den Moment, in dem der Kompressor mit voller Leistung läuft. Sobald die Wunschtemperatur erreicht ist, schaltet er ab. Geräte mit Festdrehzahl wechseln dann zwischen Volllast und Pause, Inverter-Geräte dagegen regeln ihre Drehzahl stufenlos herunter. Im Tagesdurchschnitt liegt die Aufnahme deshalb unter dem Nennwert, vorausgesetzt, das Gerät schafft den Raum überhaupt.

Zu klein ausgelegte Modelle erreichen diesen Zustand nie. Sie laufen im Dauerbetrieb und verbrauchen am Ende mehr als ein passend gewähltes Gerät. Welche Raumgröße ein Modell versorgt, steht im Datenblatt, und die Kühlleistung wird dort in Kilowatt oder in BTU pro Stunde angegeben. Teilt man diese Kühlleistung durch die Leistungsaufnahme, erhält man den EER-Wert: je höher, desto weniger Strom je gekühlter Wärmemenge.

Zur Veranschaulichung dienen zwei Geräte. Gerät A liefert 3,5 Kilowatt Kühlleistung bei 1.200 Watt Aufnahme, Gerät B liefert dieselbe Kühlleistung bei 1.000 Watt. Über 70 Tage mit fünf Stunden kostet A rund 156 Euro und B rund 130 Euro, der Aufpreis für das sparsamere Modell hat sich also nach etwa einem Sommer um 26 Euro amortisiert.

Warum Anlagen mit Außengerät weniger verbrauchen

Split-Anlagen setzen den Kompressor ins Außengerät und geben die Wärme direkt draußen ab. Das mobile Gerät dagegen trägt seinen Kompressor mitten im Raum und führt die Abluft über einen Schlauch ab. Wie viel Laufzeit dabei verloren geht, hängt vom Fenster ab, und die Anleitung zur Fensterabdichtung zeigt die Details. Gleiche Kühlleistung vorausgesetzt, schneidet die Split-Anlage daher besser ab.

Allein über den Strom rechnet sich der Umstieg auf eine Split-Anlage selten. Pro Sommer trennen beide Typen in der Beispielrechnung gut 39 Euro. Setzt man für Anlage und Montage einen Mehrpreis von 1.500 Euro an, was als Annahme dient und je nach Angebot stark abweicht, vergehen rechnerisch gut 38 Sommer. Gründe für die Split-Anlage liegen daher woanders, etwa im Innengerät, das den Kompressor nicht im Raum stehen hat, und im Dauerbetrieb ohne Schlauch am Fenster.

Energielabel und SEER-Wert erklärt der Beitrag zur Energieeffizienzklasse. Unterschiede zwischen den Bauarten insgesamt ordnet der Vergleich von mobilen, Mini- und Split-Klimaanlagen ein.

Hitze draußen halten

Sonnenstrahlung durchs Fenster heizt einen Raum schneller auf, als manches Gerät ihn kühlen kann. Außenjalousien und Rollläden halten einen großen Teil dieser Wärme draußen, während Vorhänge sie erst im Zimmer abfangen. Morgens und abends hilft Stoßlüften, solange die Luft draußen kühler ist als drinnen. Ofen, Wäschetrockner und Computer geben ebenfalls Wärme ab, die später weggekühlt werden muss.

Ein sauberer Filter erhält den Luftstrom, und wie man ihn pflegt, steht in der Anleitung zur Reinigung. Selbst die Zieltemperatur schlägt zu Buche, denn jedes Grad Abstand zur Außentemperatur verlängert die Laufzeit. Was der Körper an Temperaturunterschied verträgt, steht im Beitrag, ob eine Klimaanlage krank machen kann.

Mit eigenem Solarstrom kühlen

Kühlbedarf und Sonnenstrahlung treten gemeinsam auf. Balkonkraftwerke liefern mittags und nachmittags am meisten Strom, also dann, wenn sich Räume am stärksten aufheizen. Wechselrichter dürfen höchstens 800 Voltampere einspeisen, und ein Modell mit 1.000 Watt Aufnahme zieht mehr, als eine solche Anlage dauerhaft bereitstellt. Solarstrom deckt daher meist nur einen Teil des Bedarfs, den Rest liefert das Netz. Bei bewölktem Himmel sinkt die Erzeugung, während die Hitze bleibt. Dynamische Tarife schwanken stündlich, deshalb lohnt sich der Blick auf den aktuellen Preis vor dem Einschalten.

Den echten Verbrauch messen

Zwischen Steckdose und Gerät gesteckt, zeigt ein Strommessgerät die verbrauchten Kilowattstunden an. Solche Zwischenstecker kosten wenige Euro im Baumarkt. Nach zwei oder drei heißen Tagen lässt sich der Tagesverbrauch ablesen und mit dem Strompreis multiplizieren. Zeigt das Display nach einem Tag 4,2 Kilowattstunden, kostet das 1,56 Euro. Wichtig ist der Zeitraum, denn ein einzelner Nachmittag sagt wenig, weil die Außentemperatur jeden Tag anders ausfällt. Standby kostet ebenfalls: Viele Geräte nehmen dauerhaft wenige Watt auf, solange der Stecker steckt. Schaltbare Steckerleisten beenden das über den Winter.

Was einzelne Szenarien kosten

Eine Nacht mit acht Stunden Betrieb bei 1.000 Watt kostet höchstens 2,98 Euro. Nachts schaltet der Kompressor häufiger ab, deshalb ist das eine Obergrenze. Zwei Wochen Hitzewelle mit je fünf Stunden Betrieb summieren sich auf etwa 26 Euro. Läuft das Gerät dagegen zwölf Stunden am Tag, kostet jeder Tag rund 4,46 Euro.

Quelle Strompreis: BDEW-Strompreisanalyse Januar 2026.