BTU und Kühlleistung richtig wählen mit Tabelle nach Raumgröße

Auf dem Karton steht 9.000 BTU, im Datenblatt 2,6 Kilowatt, und im Zimmer wird es trotzdem nicht kühl. Hinter dieser Enttäuschung steckt in den meisten Fällen eine Rechnung, die vor dem Kauf ausgefallen ist. Dieser Beitrag zeigt dir Schritt für Schritt, wie du die nötige Kühlleistung für dein Zimmer ermittelst, welche Aufschläge dazukommen und welche Gerätegröße am Ende passt.

Die besten Klimaanlagen ohne Abluftschlauch >>

Die besten Klimaanlagen mit Abluftschlauch >>

Hoher Salon mit Parkettboden und Sonnenlicht durch ein großes Fenster

BTU pro Stunde und die Umrechnung in Watt

Die Einheit BTU pro Stunde beschreibt eine Wärmeleistung, genau wie Watt, stammt aber aus dem angelsächsischen Raum. Eintausend BTU/h entsprechen 293,7 Watt. Mit diesem Faktor rechnest du jede Angabe um: BTU/h mal 0,2937 ergibt Watt, Watt geteilt durch 0,2937 ergibt BTU/h. Aus 9.000 BTU/h werden so rund 2,64 Kilowatt, bei 12.000 BTU/h sind es etwa 3,5 Kilowatt.

Dahinter steckt jeweils die Wärme, die das Gerät dem Raum entziehen soll, und nicht der Strom aus der Steckdose. Bei 2,64 Kilowatt Kühlleistung liegt die elektrische Aufnahme beispielsweise bei rund einem Kilowatt. Stromkosten dazu rechnet der Beitrag zu Stromverbrauch und Betriebskosten vor. Ohne Angabe der Prüfbedingungen lässt sich ein BTU Wert kaum einordnen, also suche sie im Datenblatt.

Grundbedarf nach Raumgröße im Überblick

Als Ausgangswert dienen 60 Watt je Quadratmeter bei gut gedämmten Räumen mit wenig Sonne und 100 Watt bei schwach gedämmten Räumen mit viel Sonne. Beide Fälle rechnet die Tabelle für typische Zimmergrößen durch und nennt die Ergebnisse zusätzlich in BTU/h. Lies in der Spalte ab, die zu deinem Zimmer passt, und merke dir den Wert als Grundlast. Menschen, Elektronik und Fenster fehlen darin noch. Zwischen den Spalten liegt fast der Faktor zwei: Ein Zimmer mit 20 Quadratmetern braucht je nach Bauweise 1.200 oder 2.000 Watt. Hier entscheidet die Gebäudehülle stärker als die Fläche. Liegt dein Raum zwischen den Extremen, starte mit 80 Watt je Quadratmeter.

RaumflächeGut gedämmt, wenig SonneSchwach gedämmt, viel Sonne
10 m²600 W (2.040 BTU/h)1.000 W (3.400 BTU/h)
15 m²900 W (3.060 BTU/h)1.500 W (5.110 BTU/h)
20 m²1.200 W (4.090 BTU/h)2.000 W (6.810 BTU/h)
25 m²1.500 W (5.110 BTU/h)2.500 W (8.510 BTU/h)
30 m²1.800 W (6.130 BTU/h)3.000 W (10.210 BTU/h)
40 m²2.400 W (8.170 BTU/h)4.000 W (13.620 BTU/h)

Zuschläge für Personen, Geräte und Sonne

Zur Grundlast addieren sich vier Aufschläge. Pro Person im Raum kommen rund 200 Watt dazu, weil ein Körper ständig Wärme abgibt. Jedes Elektrogerät schlägt mit der Wattzahl vom Typenschild zu Buche, denn fast die gesamte aufgenommene Energie endet als Wärme im Zimmer. Fenster mit Sonneneinfall verlangen etwa 150 Watt je Quadratmeter Glasfläche, und zwar trotz Innenjalousie, weil die Strahlung dann bereits im Raum angekommen ist. Hohe Decken erhöhen den Bedarf zusätzlich, da mehr Luftvolumen mitgekühlt wird. Addiere alles Schritt für Schritt und teile das Ergebnis am Schluss durch 0,2937, um den BTU Wert zu erhalten. Notiere dir die Einzelposten, damit du bei einem anderen Zimmer nur die Zahlen tauschen musst.

Rechenbeispiele aus Wohnzimmer und Dachzimmer

Zuerst ein gut gedämmtes Wohnzimmer mit 22 Quadratmetern. 22 mal 60 ergibt eine Grundlast von 1.320 Watt. Dazu zählen zwei Personen mit 400 Watt, Fernseher und Konsole mit zusammen 250 Watt, drei Quadratmeter sonnige Fensterfläche mit 450 Watt. Unterm Strich stehen 2.420 Watt oder 8.240 BTU/h, womit ein 9.000er passt.

Anders sieht es in einem schwach gedämmten Dachzimmer mit 18 Quadratmetern aus: 1.800 Watt Grundlast, dazu eine Person (200 Watt), ein Laptop (100 Watt) und zwei Quadratmeter Dachfenster in der Sonne (300 Watt). Zusammen sind es 2.400 Watt oder rund 8.170 BTU/h, und ein 9.000er Gerät arbeitet hier am Limit. Weshalb die Quadratmeterzahl allein mitunter täuscht, erklärt der Beitrag zu Raumgröße und Kühllast.

Welche Gerätegröße zu welchem Ergebnis passt

Kleine, wenig belastete Zimmer bis etwa 20 Quadratmeter kommen mit Geräten von rund 2 bis 2,6 Kilowatt aus, das sind 7.000 bis 9.000 BTU/h. Große Wohnräume verlangen meist mehr als 3 Kilowatt, also Geräte ab etwa 10.000 bis 12.000 BTU/h. Echtes Absenken der Raumtemperatur gelingt mit einem Monoblock mit Abluftschlauch in Frage, weil er die Wärme nach draußen führt. Hast du dein Ergebnis, vergleiche über die Buttons am Anfang dieses Beitrags Geräte mit passender Nennleistung und prüfe danach Geräusch, Stromaufnahme und Aufstellplatz. Geräte mit 12.000 BTU/h können in einem kleinen Zimmer mit niedriger Last zu groß ausfallen, ein 7.000er in einem Dachzimmer dagegen zu wenig. Nimm die Rechnung als Maßstab und nicht die Quadratmeterzahl auf der Verpackung.

Zu groß, zu klein oder gerade richtig

Läuft ein zu schwaches Gerät bei Hitze dauerhaft, erreicht es die Wunschtemperatur trotzdem nicht. Starke Geräte kosten dagegen mehr, wiegen meist mehr und nehmen beim Kühlen mehr Strom auf. Reserve plant man mit 10 bis 20 Prozent obendrauf, mehr braucht es selten. Beim Wohnzimmer mit 2.420 Watt wären das 2.660 bis 2.900 Watt, was zum 9.000er mit 2,64 Kilowatt oder knapp darüber passt. Bedenke außerdem, dass Räume ohne Abtrennung ständig Wärme aus Nachbarbereichen nachziehen. Offene Grundrisse brauchen deshalb mehr Leistung, als die reine Fläche des Wohnbereichs vermuten lässt. Rechne in solchen Fällen die angrenzende Fläche anteilig mit ein und halte die Zimmertüren beim Kühlen möglichst geschlossen.

In fünf Schritten zur passenden Leistung

Dank dieser Reihenfolge kommst du ohne Fachwissen zu einem belastbaren Wert, den du beim Vergleich der Datenblätter immer wieder heranziehst. Jeder Schritt braucht nur Zollstock, Taschenrechner und die Typenschilder deiner Geräte. Dauer insgesamt: wenige Minuten.

  1. Miss die Fläche deines Zimmers in Quadratmetern und notiere dazu die Deckenhöhe samt der Größe aller Fenster.
  2. Entscheide dich für 60, 80 oder 100 Watt je Quadratmeter, je nach Dämmung und Sonne.
  3. Zähle 200 Watt je Person, die Wattzahl aller Geräte und 150 Watt je Quadratmeter besonntes Glas zusammen.
  4. Teile die Summe durch 0,2937, und schon steht der benötigte BTU Wert fest.
  5. Schlage 10 bis 20 Prozent Reserve auf und suche Geräte, deren Nennleistung knapp darüber liegt, aber nicht weit darüber.

Häufige Fragen

Reichen 9.000 BTU für ein Zimmer mit 30 Quadratmetern?
Es kommt aufs Haus an. Gut gedämmt ergeben sich rechnerisch 1.800 Watt oder 6.130 BTU/h, schwach gedämmt mit viel Sonne dagegen 3.000 Watt, also gut 10.000 BTU/h. Außerdem kühlt ein Monoblock in langen oder offenen Räumen selten gleichmäßig.
Sind zwei kleine Geräte besser als ein großes?
Zwar addieren sich die Leistungen, doch jedes Gerät braucht einen eigenen Abluftweg, eine Steckdose und Stellfläche. Getrennte Zimmer mit geschlossenen Türen lassen sich damit trotzdem nicht gleichmäßig kühlen. Soll nur ein Raum gekühlt werden, fällt die Wahl meist auf ein Gerät.
Warum steht bei Luftkühlern keine BTU Zahl?
Verdunstungskühler besitzen keinen Kältekreislauf und führen keine Wärme nach außen. Angaben wie Luftdurchsatz in Kubikmetern pro Stunde beschreiben nur den Luftstrom und sind keine Kühlleistung. Eine BTU Angabe wäre dort fehl am Platz.

Quellen: Wohnglück, Kühlleistung der Klimaanlage richtig berechnen